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Auf Spurensuche

Wir werden oft gefragt, woher die Idee für die wunderbaren Tiermotive auf unserem afrikanischen Geschenkpapier und den handgefertigen Stülpkarton-Schachteln denn kommt?  Wir wussten, dass es um die Jahrhundertwende in Afrika einige Lodges oder Schlösser gegeben haben sollte, wo ähnliche Motive als Wandmalerei die Jagd- und Herrenzimmer verwendet wurden. Mehr nicht. Also gingen auf Spurensuche. Doch wo anfangen? Wir zeigten die Bilder einem guten Freund, der sein ganzes Leben kreuz und quer durch Afrika reiste und fast alles kennt.  Er meinte diese Motive schon mal gesehen zu haben. Er kramte in seinen Tagebüchern und Unterlagen und so entdeckten wir einen ersten Hinweis. In Namibia in einem Schloss in der Nähe der Maltahöhe, sollten sich ähnliche Zeichnungen und Malereien befinden. Die Suche über das Internet brachte wenig und so entschlossen wir, zu Dritt uns auf den Weg nach Namibia zu machen, genauer gesagt in Richtung Maltahöhe, denn dort sollte das Schloss Duwisib mit dem Afrikazimmer liegen.

Gut versteckt, abseits der C14 und 70 km südwestlich von Maltahöhe fanden wir es.  Es liegt mitten im Nichts das sagenumwobene Schlösschen Duwisib. Vor gut 100 Jahren wollte sich ein Schutztruppenoffizier damit seinen Traum von Afrika erfüllen. Wir befinden uns nicht mehr auf weiter kahler Fläche in ausgedörrtem Graubraun, sondern mitten in den Bergen. Hansheinrich von Wolf hatte sich wahrlich ein hübsches Fleckchen Erde ausgesucht. Und dann taucht es auf einer Anhöhe plötzlich rechts vor uns auf, das Schloss Duwisib.  Auch wenn es nun kein großes Schloss ist, sondern eher ein kleines Fort, ein burgartig befestigtes Farmhaus mit Zinnen und Schießscharten, strahlte es eine besondere Faszination auf uns aus.

Wir trauten unseren Augen nicht, als wir im ersten Stock des alten Schlosses die Wandmalereien im ehemaligen Afrikazimmer entdeckten. Auch wenn der Zahn der Zeit seine Spuren hinterlassen hatte und an den Wänden tiefe Risse die Motive beschädigt hatten, Elefant, Nashorn, Affen und Löwe waren, wenn auch verblasst noch recht gut zu sehen. Man kann sich die Pracht dieses afrikanischen Jagdzimmers gut vorstellen, mit schweren Lederstühlen möbliert, an den Wänden die Jagdtrophäen und Gewehre, in der Luft eine Mischung aus Zigarrenrauch und Whiskey. Wir standen im Zimmer und hörten den Löwen brüllen, wir spürten den Wind, wie er das Gezänk der Affen über den Busch trieb und wir sahen die Elefanten im seichten Flussufer stehen und laut trompeten. Wir sollten diese Motive als Vorlage für etwas Besonderes fotografieren und mitnehmen, meinte unser guter Freund und Afrika-Experte Axel. Viele Menschen werden nicht zu dem Schloß Duwisib kommen, aber wir könnten diese wunderbaren und einmaligen Motive zu ihnen bringen, auf Papier, Schachtel und Karten.

Und so entstand die Idee für die ellenwoods Afrikakollektion aus Papieren und handgearbeiteten Schachteln.  Als Vorlage dienten die Wandmalereien im Jagdzimmer von Schloß Duwisib.

Und wenn heute unsere Kunden die schönen Schachteln öffnen, dann hören sie den Löwen brüllen, die Elefanten trompeten und spüren den Wind der afrikanischen Steppe auf der Haut.

 

 

Der Autor des Beitrages vor Schloss Duwisib.

Das Schloss Duwisib gehört – seiner Optik, Lage und Entstehungsgeschichte wegen – zu den skurrilsten reichsdeutschen Kolonialbauwerken in Namibia. Die 1908 im Stil des Historismus erbaute, scheinbar aus dem europäischen Mittelalter stammende Festung mit roten Mauern, Wehrtürmen und Zinnen liegt etwa 72 Kilometer südwestlich von Maltahöhe.

Am Rande der Wüste Namib steht ein Schloss im Stile romantischer Rheinburgen – mit Zinnen und Brunnen im Innenhof. An diesem Ort wirkt das grundsolide Bauwerk doch etwas skurril. 1908 hat Baron Hans-Heinrich von Wolff, der mit der Schutztruppe nach Namibia gekommen war, dieses Anwesen bauen lassen. Der Berliner Architekt Wilhelm Sander, dem u.a. Windhoek seine drei Burgen verdankt, wurde mit dem Entwurf des hochherrschaftlichen Hauses auf Duwisib beauftragt. Und so wuchs aus massivem roten Sandstein fernab aller Wege ein kleines Prachtexemplar wilhelminischer Neo-Romantik mit Stilelementen der Gotik und Renaissance. Handwerker aus verschiedenen europäischen Ländern wurden angeheuert. Fast alles wurde importiert, selbst der rote Sandstein, und aus dem 600 km entfernten Lüderitz auf kaum vorhandenen, holprigen Pfaden herbeigeschafft.

Die gesamte prunkvolle Inneneinrichtung für insgesamt 22 Zimmer, kostbare Möbel und Teppiche, Gemälde und andere Kunstgegenstände wurde in ganz Europa zusammen getragen. 1909 war Duwisib bereits bezugsfertig.

Der Grundriss ist ein einfaches Rechteck. Durch die gotische Eingangspforte tritt man in den Rittersaal, eine schmale Treppe führt hoch zur Musiker-Galerie und zum Herrenzimmer im Erker am Turm. Ansonsten befindet sich alles auf ebener Erde. Im vorderen Hauptteil des Gebäudes gibt es noch ein großes getäfeltes Speisezimmer und ein Biedermeierzimmer, rechts neben dem Eingang befanden sich die Privatgemächer der von Wolfs. Nach hinten erstrecken sich rechts und links jeweils fünf größere und kleinere Zimmer, die teilweise miteinander verbunden sind. Die Rückseite des Quadrats ist reine Mauer. Der Innenhof ist groß genug für Palmen und die alten Jacaranda Bäume. Das Herzstück ist der Brunnen, der einst den gesamten Haushalt mit Wasser versorgte.

Besagter Hans-Heinrich von Wolf, 1873 in Dresden geboren, diente in der Königlich-Sächsischen Artillerie in Königsbruck. Nach Ausbruch des Herero-Aufstandes 1904 meldete er sich zur Kaiserlichen Schutztruppe und kam im Dezember des selben Jahres ins Land, übrigens an Bord der Gertrud Woermann, die nördlich von Wlotzkasbaken im Nebel auf Grund lief.

Gut ein Jahr später war von Wolf zurück in Deutschland und heiratete im April 1907 die millionenschwere Jayta Humphries, Stieftochter des in Dresden amtierenden amerikanischen Konsuls. Bald darauf reiste das junge Paar mit großen Plänen gemeinsam in die Kolonie.

In Deutsch-Südwestafrika wollte sich von Wolf als Großgrundbesitzer etablieren und Pferde züchten. Im August 1907 beantragte er beim Bezirksamt Maltahöhe den Kauf von sieben Farmen, insgesamt 140.000 Hektar Land. Der Antrag wurde allerdings nur teilweise genehmigt: von Wolf musste sich mit 55.000 Hektar begnügen.

Lange konnte er sich jedoch nicht an seinem Besitz erfreuen. 1914 trat das Ehepaar eine Reise nach Großbritannien an, um einen Vollbluthengst zu kaufen. Unterwegs brach der Weltkrieg aus, und über abenteuerliche Umwege mit Zwischenstation in Südamerika gelangte der kaiserliche Hauptmann in einen neutralen Hafen. Zurück in Deutschland, meldete er sich sofort zum Dienst und fiel zwei Wochen später im September 1916 in der Schlacht an der Somme. Seine Frau Jayta kehrte nie wieder nach Duwisib zurück.

 

Blick in den wunderschönen Innenhof des Schlosses.

Blick aus dem Herrenzimmer von Schloss Duwisib.

Auch auf der Decke des Jagdzimmers entdeckten wir die diese Motive.

Unsere Schachteln in Indien

Ein Kunde hat unsere handgearbeiteten Afrika-Schachteln bei seiner letzten Reise nach Indien mitgenommen und dort fotografiert. Das Ergebnis schaut super aus, wie ich finde.

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