Der perfekte Bleistift im Kloster

Im Winter ist das Kloster weniger ein Ort als eine besondere Art, Zeit zu haben. Die Tage sind kurz. Die Gänge sind still. Und die Dinge, die draußen selbstverständlich wirken – Wärme, Geräusch, Eile – verhalten sich hier wie Gerüchte, die erst bestätigt werden müssten. Der Wind kommt vom Jura herüber. Er ist nicht dramatisch. Er ist konsequent. Er findet jede Fuge im Sandstein und jede kleine Nachlässigkeit des Mörtels. Er trägt die Kälte in den Kreuzgang, und mit ihr eine eigentümliche Klarheit. Gedanken werden dann kantiger. Sätze werden kürzer. Man entscheidet sich schneller für das Wesentliche.

Ganz oben, über dem Kapitelsaal, liegt die Bibliothek. Ein langer Raum. Dunkle Regale. Eine Leiter auf Schienen. Der Geruch ist präzise, auch wenn man ihn kaum beschreiben mag: Papier, Leder, Staub und Geduld. Es ist der Geruch einer Welt, in der Ideen nicht nur im Kopf stattfinden, sondern Material brauchen.

Bruder Anselm ist Bibliothekar. Benediktiner. Er lebt seit zwölf Jahren in diesem Ensemble aus Kirche, Kreuzgang und Wirtschaftshof. Das Kloster ist nicht groß, aber alt genug, um dem Wort „alt“ die Komplimenthaftigkeit zu nehmen. Es ist alt wie ein Werkzeug: gebraucht, zuverlässig, nüchtern. Anselm arbeitet modern. Er scannt Barcodes. Er pflegt Metadaten. Er führt den Katalog so gewissenhaft, als sei er ein neues Brevier. Aber wenn es ernst wird – wenn es um Notizen geht, Querverweise, kleine Hypothesen am Rand – dann greift er nicht zum Laptop.

Er greift zum Bleistift. Genauer: zum Perfect Pencil aus der Graf-von-Faber-Castell-Linie. Ein Gegenstand, der in der Auslage wie ein Versprechen wirkt und im Alltag erstaunlich vernünftig ist. Schreiben, spitzen, korrigieren: alles an einem Ort. Und alles so gebaut, dass es nicht nach zwei Jahren ersetzt werden will, sondern nach Gebrauch aussieht.

Anselm kam zu diesem Stift auf Umwegen. Ein Restaurator hatte ihn ihm geschenkt, halb als Dank, halb als freundliche Versuchung. „Das ist kein Luxus“, sagte er, „das ist eine Entschuldigung, wieder langsam zu arbeiten.“ Anselm lächelte. Das Kloster sei bereits langsam genug, dachte er. Er nahm den Stift trotzdem an. Aus Höflichkeit. Aus Neugier. Und weil er den Gedanken mochte, ein Werkzeug zu besitzen, das keine Eile kennt.

Und benutzt wird er. Jeden Tag.

Wenn neue Bücher hereinkommen, schreibt Anselm Signaturen zunächst mit Bleistift auf kleine Zettel, bevor er sie ins System überträgt. Nicht weil er der Elektronik misstraut. Sondern weil er sich selbst misstraut. Ein Tippfehler im Katalog ist schnell passiert und schwer wiederzufinden. Ein Bleistiftfehler ist menschlich. Er lässt sich korrigieren, ohne dass man gleich die Geschichte umschreiben muss.

In alte Bände schreibt Anselm nie hinein. Er legt Zettel bei. Säurefreies Papier. Stichworte. Fundstellen. Ein Netz aus kleinen Hinweisen. Die Bibliothek ist für ihn kein Lager. Sie ist ein Gedächtnis. Und jedes Gedächtnis beginnt mit einem Faden.

Ein Stift, der mehr kann als schreiben

Der Perfect Pencil ist im Kern ein Holzbleistift mit einer Art „Rüstung“. Er ist ein Werkzeug, das sich selbst organisiert. Das klingt banal. Es ist aber im Alltag ein echter Vorteil.

So ist er aufgebaut:

  • Schutzkappe / Verlängerer: Die Kappe schützt die Spitze. Umgesteckt wird sie zum Verlängerer. Und sie enthält einen integrierten Spitzer.

  • Radierer: Ein Radierer sitzt am Ende (je nach Ausführung geschützt unter einer Endkappe, austauschbar).

  • Clip: Ein Clip hält das Ganze in Tasche oder Notizbuchschlaufe.

Auch die nüchternen Zahlen passen zu dieser Idee. Je nach Variante ist der Stift etwa 15,2 bis 15,5 Zentimeter lang und wiegt rund 30 bis 40 Gramm. Das ist genug Gewicht, um „wertig“ zu wirken, aber nicht so viel, dass es Arbeit wird. In der Hand liegt er ruhig. Er rollt nicht nervös weg. Er bleibt da, wo man ihn hinlegt. Das ist im Kloster keine Nebensache.

Der Rhythmus des Spitzens

Manchmal sitzt Anselm an einem störrischen Problem. Ein Traktat, ohne Autor. Eine Jahreszahl, die nicht passen will. Ein Gedanke, der sich nicht entscheiden kann, ob er Aufklärung oder Gegenaufklärung sein möchte. Dann sieht man, wie Denken Mechanik wird: Kappe ab. Spitzer. Zwei, drei Drehungen. Schreiben. Radieren. Noch einmal.

Der integrierte Spitzer ist nicht nur praktisch. Er gibt dem Arbeiten einen Takt. Ein Satz, der nicht stimmt, wird nicht „weggeklickt“. Er wird neu angesetzt. Das wirkt nicht langsamer. Es wirkt sauberer. Und dann gibt es diese andere Gewohnheit. In Anselms Schublade liegt eine Pfeife. Nichts Prunkvolles. Schlichtes Holz. Dunkel. Gut poliert. Er raucht wenig. Er raucht, wenn er feststeckt. Es ist weniger Genuss als Markierung. Eine Denkpause mit Form.

Die Pfeife zu stopfen ist eine Frage des Maßes. Zu locker, und sie brennt schief. Zu fest, und sie geht aus. Ein Stopfwerkzeug wäre naheliegend. Anselm benutzt keines. Er nimmt das stumpfe Ende seines Bleistifts.

Es passt erstaunlich gut. Nicht wie ein Trick. Eher wie eine stille Nebenfunktion, die ein Werkmeister mitgedacht haben könnte. Anselm drückt den Tabak fest, prüft den Widerstand, setzt nach, und macht den letzten Druck. Ein kleines Handwerk. Eine kleine Ordnung.

Der Bleistift liegt dann neben dem Buch. Die Spitze frisch. Die Kappe offen. Ein Werkzeug für das Vorläufige – und, wenn es sein muss, auch für die Pause.

Ein zweiter Stift

An einem Nachmittag bringt der Abt einen Karton. „Aus Stein“, sagt er, und meint damit nicht nur Verpackung. Stein ist der Ort, an dem Faber-Castell sitzt. Ein Spender habe etwas geschickt: Bleistifte, Notizbücher, Kleinigkeiten. Eine freundliche Geste.

Anselm öffnet den Karton. Darin liegen schlichte Bleistifte, sauber lackiert. Und dazwischen, wie ein vertrauter Fremdkörper: ein zweiter Perfect Pencil. Dunkler. Zurückhaltender. Fast streng.

Anselm nimmt ihn in die Hand. Prüft das Gewinde. Den Sitz der Kappe. Die Mechanik. Alles ist so, wie es sein soll. Und doch ist der Moment neu. Ein Werkzeug, das doppelt vorhanden ist, verändert eine Welt. Man kann eines am Tisch lassen. Eines in der Tasche tragen. Man muss nicht mehr suchen. Man kann einfach arbeiten.

Am Abend, nach der Vesper, geht Anselm zurück in die Bibliothek. Er schaltet die Lampe an. Zieht ein Buch aus dem Regal. Spitzt den Bleistift. Und schreibt.

Präzise genug, um wiedergefunden zu werden. Bescheiden genug, um korrigiert zu werden.

Vielleicht ist das die einzige Perfektion, die ein Kloster wirklich meint: nicht makellos, sondern brauchbar. Nicht geschniegelt, sondern zuverlässig. Ein guter Stift verspricht genau das. Und manchmal reicht ein Werkzeug, um die richtige Geschwindigkeit wiederzufinden.

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